Willkommen auf meinem Weblog
Fotografie, Literatur, die deutsche Sprache, die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse, Museen und Ausstellungen, Theater, Kochen und Backen sind meine Interessen.
Und dazu noch dieses und jenes, je nach Tagesaktualitäten und persönlichen Erlebnissen. Hinzu kommen der Spaß am Verfassen von Texten und die alltäglich gewordene Nutzung der Informationswelt des Internet.
Freitag, 24. August 2007
Wird jetzt auch noch das Kleingeld teurer?
Das frühere "Haste-ma-ne-Mark?" wurde mit der Umstellung auf den Euro zunächst von der Frage abgelöst: "Können Sie mir vielleicht mit etwas Kleingeld aushelfen?" Nicht alles ist damals teurer geworden. Das hier wurde sogar billiger, jedenfalls bei entsprechendem Verständnis des Begriffs Kleingeld. Doch schon bald wurde 1:1 umgerechnet: "Haben Sie mal einen Euro für mich?" Jetzt gerät auch dieser Kurs ins Wanken. In einer Fußgängerzone wurde ich heute zum ersten Mal gefragt: "Haben Sie mal einen oder zwei Euro für mich?" Damit ist eine neue Tarifrunde eingeläutet worden, die allerdings vorerst gescheitert ist. Bei dem Preis wollte ich mit Kreditkarte zahlen. Darauf war sie technisch nicht eingerichtet. Mal abwarten, ob bald alle mit Lesegeräten ausgestattet sind.
Freitag, 10. August 2007
Ein Geschenk für Weltenbummler
"Wenn Sie schon etwas so Tolles verschenken," lobte mich die Kassiererin, während sie das von ihr kunstvoll dekorierte Päckchen in der edlen Tragetasche versenkte, "sollen Sie dafür natürlich auch belohnt werden." Dabei griff sie in die Schublade mit den Zugaben. Kein Einkauf in einer Parfumerie ohne Probierfläschchen. Die erste Belohnung war ein kleines Reagenzglas mit Stöpsel. Der neueste Herrenduft von einem Menschen mit einem klangvollen Namen, den ich allerdings noch nie gehört hatte. Und dazu gab es mal was ganz anderes: einen ledernen Kofferanhänger. "Darauf können Sie, wenn Sie verreisen, Ihren Namen schreiben und Ihre Anschrift," wurde mir erklärt. So hatte ich es mit Kofferanhängern bisher auch immer praktiziert. "Oder Sie sprühen Ihren Lieblingsduft darauf, um Ihr Gepäck besser finden zu können," riet mir die selbst intensiv duftende Kassiererin dann noch. Ich grinste freundlich, obwohl mir der Scherz reichlich an den Haaren herbeigezogen zu sein schien.
Neugierig holte ich das Ding schon am Ausgang aus der Tüte und sah es mir näher an. Ein Aufkleber auf der Verpackung zeigte eine Zeichnung mit der Gebrauchsanweisung. Aus einem stilisierten Sprühkopf schossen gepunktete Linien direkt auf das Etikett des Anhängers. Das war kein Scherz. Dieser Anhänger war tatsächlich als Duftmarke vorgesehen.
Dass jemand sein Gepäck auf dem Laufband in der Ankunftshalle erschnüffelte, habe ich noch auf keinem Flughafen beobachtet. Das könnte das Personal auch zu seltsamen Reaktionen veranlassen. Im günstigsten Fall fordern die dann ärztliche Hilfe an. Ob so ein Kofferanhänger mit Geruch bei den strengen Sicherheitsvorschriften überhaupt zulässig ist, kann bezweifelt werden, denn die Spürhunde der Sicherheitsdienste sollen sich auf ganz andere Aromen konzentrieren. So aber werden sie abgelenkt. Ich sehe schon Polizeihunde in Hundertschaften die Parfumerien stürmen, weil sie auf den Geschmack gekommen sind.
Neugierig holte ich das Ding schon am Ausgang aus der Tüte und sah es mir näher an. Ein Aufkleber auf der Verpackung zeigte eine Zeichnung mit der Gebrauchsanweisung. Aus einem stilisierten Sprühkopf schossen gepunktete Linien direkt auf das Etikett des Anhängers. Das war kein Scherz. Dieser Anhänger war tatsächlich als Duftmarke vorgesehen.
Dass jemand sein Gepäck auf dem Laufband in der Ankunftshalle erschnüffelte, habe ich noch auf keinem Flughafen beobachtet. Das könnte das Personal auch zu seltsamen Reaktionen veranlassen. Im günstigsten Fall fordern die dann ärztliche Hilfe an. Ob so ein Kofferanhänger mit Geruch bei den strengen Sicherheitsvorschriften überhaupt zulässig ist, kann bezweifelt werden, denn die Spürhunde der Sicherheitsdienste sollen sich auf ganz andere Aromen konzentrieren. So aber werden sie abgelenkt. Ich sehe schon Polizeihunde in Hundertschaften die Parfumerien stürmen, weil sie auf den Geschmack gekommen sind.
Mittwoch, 1. August 2007
Nochmal ÖPNV - Ein Erlebnis im Bus
Vorhin saß ich in einem Linienbus, der mich durch mir unbekanntes innerstädtisches Terrain chauffierte. Früher Nachmittag. Nur wenige Fahrgäste. Der feierabendliche Ansturm hatte noch nicht eingesetzt. Ruhe im Bus. Bis an einer Haltestelle eine Gruppe fröhlicher Jungen das öffentliche Verkehrsmittel stürmte. Die waren so ausgelassen, dass sie sich vor lauter Lustigkeit spontan auf den Boden warfen. Der Mittelgang und die zu dieser Zeit gerade kinderwagenfreie Abstellfläche an der Hintertür waren vollständig mit flach auf dem Boden liegenden Knaben bedeckt. Ein bis zwei Minuten brauchte ich, um zu begreifen, um was es ging. Und dann sah ich draußen auf dem Gehweg eine Horde Jungen im gleichen Alter, schwitzend und hechelnd im Dauerlauf, begleitet und angetrieben von ihrem Fußballtrainer. Ausdauertraining. Und neben mir lagen die Monatskarteninhaber des Vereins. Die hatten die Abkürzung gewählt, und pressten sich auf den Boden, um nicht gesehen zu werden.
Wir hatten, das ist Jahrzehnte her, in der Schule einen Sportlehrer, der uns gerne an einem Kanal entlanglaufen ließ. Beim Sportplatz ging das los, unter drei Brücken hindurch, über die vierte rüber und dann auf der anderen Seite zurück. Der Lehrer fuhr dabei mit seinem Auto (70er-Jahre, da fuhren Lehrer VW-Käfer) vom Sportplatz jedes Mal zu einer anderen Brücke, um die Leute zu überraschen, die zur Abkürzung den Kanal vorzeitig überquerten. Deswegen hatten wir keine Chance, ihn anzuschmieren. Bis auf eine, aber die war ziemlich ungemütlich, und ich kann mich nur an einen Fall erinnern, als ein Mitschüler die kalte und eklig braune Brühe des Stadtgrabens kurzerhand durchschwamm. Und das war noch einer der sportlichen, dem der ganze Lauf nichts ausmachte. Aber er wollte dem Lehrer die Lücke in seinem System zeigen, was den so gewurmt hat, dass er künftig seinen Käfer stehen ließ und immer mitlief. Immerhin eine sportliche Reaktion.
Übrigens hat unser Lehrer die Schwimmeinlage nicht übelgenommen, denn Schwimmen ist schließlich auch Sport. Bei der Benutzung eines Linienbusses hätte ich ihn allerdings nicht erleben mögen. Sportunterricht ist schließlich keine Formel 1.
Wir hatten, das ist Jahrzehnte her, in der Schule einen Sportlehrer, der uns gerne an einem Kanal entlanglaufen ließ. Beim Sportplatz ging das los, unter drei Brücken hindurch, über die vierte rüber und dann auf der anderen Seite zurück. Der Lehrer fuhr dabei mit seinem Auto (70er-Jahre, da fuhren Lehrer VW-Käfer) vom Sportplatz jedes Mal zu einer anderen Brücke, um die Leute zu überraschen, die zur Abkürzung den Kanal vorzeitig überquerten. Deswegen hatten wir keine Chance, ihn anzuschmieren. Bis auf eine, aber die war ziemlich ungemütlich, und ich kann mich nur an einen Fall erinnern, als ein Mitschüler die kalte und eklig braune Brühe des Stadtgrabens kurzerhand durchschwamm. Und das war noch einer der sportlichen, dem der ganze Lauf nichts ausmachte. Aber er wollte dem Lehrer die Lücke in seinem System zeigen, was den so gewurmt hat, dass er künftig seinen Käfer stehen ließ und immer mitlief. Immerhin eine sportliche Reaktion.
Übrigens hat unser Lehrer die Schwimmeinlage nicht übelgenommen, denn Schwimmen ist schließlich auch Sport. Bei der Benutzung eines Linienbusses hätte ich ihn allerdings nicht erleben mögen. Sportunterricht ist schließlich keine Formel 1.
Samstag, 28. Juli 2007
Ferngespräch im ÖPNV
Noch vor wenigen Jahren verzog sich fast jeder in stille Winkel, um zu telefonieren. Der Apparat stand zu Hause, in der Wohnung, wo man sich vor ungebetenen Lauschern sicher fühlte. Oder im Büro, wo die Kollegen schon deswegen nichts mitbekamen, weil sie selbst telefonierten. Wer dringend von unterwegs Kontakt aufnehmen musste, verschwand in einer Telefonzelle. Die war zwar gläsern, aber dafür so schalldicht, dass niemand aus der Schlange der davor Wartenden etwas davon mitbekam, was drinnen gesprochen wurde.
Das hat sich geändert, seit es Mobiltelefone gibt. Zu Hause telefonieren ist langweilig geworden. Telefonzellen sind aus dem Stadtbild verschwunden. Aber so ziemlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, telefoniert. Manch einer dem Anschein nach sogar ununterbrochen. Und kaum jemand ist noch bestrebt, niemanden mithören zu lassen. Im Gegenteil: Möglichst laut und deutlich wird gesprochen, so als ob die Aufmerksamkeit anderer geradewegs gesucht wird.
Besonders beliebt sind Ferngespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln, bevorzugt in der U-Bahn. Gestern musste (nicht konnte oder durfte, sondern musste) ich Ohrenzeuge eines Gesprächs eines ziemlich jungen weiblichen Wesen werden, das, wie sich aus ihren Worten ergab, gerade ihre Schulzeit beendet hatte. Sie saß auf der anderen Seite des Mittelganges, gut einen Meter von mir entfernt, und ging, mit wem auch immer, die Liste aller Mitschüler durch. Tatsächlich nur die männlichen, denn die weiblichen interessierten in den erörterten Zusammenhängen wirklich nicht. Knabe auf Knabe wurde durchgehechelt, wie er denn so sei, und wie er damals ... (was dann meist unverständlich blieb, weil es in kreischendem Lachen unterging). Außerdem informierte meine Mitreisende eingehend über die weitere Lebensplanung der jungen Herren. Von einem wurde der Besatzung des U-Bahn-Waggons mitgeteilt, der gehe nach Spanien, in einen Ferienclub, um da Geld zu verdienen, als Amateur. Recht so, immer schön bescheiden, erst mal klein anfangen, als Amateur. Die Profilaufbahn wird sich später schon noch ergeben. Schließlich wurde klar, dass meine ÖPNV-Mitreisende mit etwas weiblichem sprach. Sie schlug nämlich vor, man könne doch mal wieder zusammen ausgehen, und zwar "ohne Männer und so". Unter Männern kann ich mir etwas vorstellen, aber was ist "und so"? Ich weiß es nicht. Das ist eines der Rätsel, die nach U-Bahn-Fahrten ungelöst bleiben.
Eigentlich ist es an der Zeit, dass ich bald mal wieder meine Nummer abziehe. Mitten in der vollbesetzten U-Bahn das Handy ans Ohr nehmen, und dann laut rufen: "Ja, könnt Ihr denn nicht einmal etwas ohne mich entscheiden!" Das wirkt immer. Damit kriegt man jeden U-Bahn-Wagen ruhig, mag er auch noch so überfüllt sein. Und dann können die anderen rätseln, was für ein wichtiger Mensch ich sein mag.
Das hat sich geändert, seit es Mobiltelefone gibt. Zu Hause telefonieren ist langweilig geworden. Telefonzellen sind aus dem Stadtbild verschwunden. Aber so ziemlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, telefoniert. Manch einer dem Anschein nach sogar ununterbrochen. Und kaum jemand ist noch bestrebt, niemanden mithören zu lassen. Im Gegenteil: Möglichst laut und deutlich wird gesprochen, so als ob die Aufmerksamkeit anderer geradewegs gesucht wird.
Besonders beliebt sind Ferngespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln, bevorzugt in der U-Bahn. Gestern musste (nicht konnte oder durfte, sondern musste) ich Ohrenzeuge eines Gesprächs eines ziemlich jungen weiblichen Wesen werden, das, wie sich aus ihren Worten ergab, gerade ihre Schulzeit beendet hatte. Sie saß auf der anderen Seite des Mittelganges, gut einen Meter von mir entfernt, und ging, mit wem auch immer, die Liste aller Mitschüler durch. Tatsächlich nur die männlichen, denn die weiblichen interessierten in den erörterten Zusammenhängen wirklich nicht. Knabe auf Knabe wurde durchgehechelt, wie er denn so sei, und wie er damals ... (was dann meist unverständlich blieb, weil es in kreischendem Lachen unterging). Außerdem informierte meine Mitreisende eingehend über die weitere Lebensplanung der jungen Herren. Von einem wurde der Besatzung des U-Bahn-Waggons mitgeteilt, der gehe nach Spanien, in einen Ferienclub, um da Geld zu verdienen, als Amateur. Recht so, immer schön bescheiden, erst mal klein anfangen, als Amateur. Die Profilaufbahn wird sich später schon noch ergeben. Schließlich wurde klar, dass meine ÖPNV-Mitreisende mit etwas weiblichem sprach. Sie schlug nämlich vor, man könne doch mal wieder zusammen ausgehen, und zwar "ohne Männer und so". Unter Männern kann ich mir etwas vorstellen, aber was ist "und so"? Ich weiß es nicht. Das ist eines der Rätsel, die nach U-Bahn-Fahrten ungelöst bleiben.
Eigentlich ist es an der Zeit, dass ich bald mal wieder meine Nummer abziehe. Mitten in der vollbesetzten U-Bahn das Handy ans Ohr nehmen, und dann laut rufen: "Ja, könnt Ihr denn nicht einmal etwas ohne mich entscheiden!" Das wirkt immer. Damit kriegt man jeden U-Bahn-Wagen ruhig, mag er auch noch so überfüllt sein. Und dann können die anderen rätseln, was für ein wichtiger Mensch ich sein mag.
Freitag, 20. Juli 2007
Mittagsruhe
Dafür, dass ich die Fotos aus der freien Hand aufgenommen habe, bin ich damit eigentlich ganz zufrieden. Insgesamt habe ich fünf Bilder geschossen, dieses hier eingeschlossen. Die komplette Serie kann hier angesehen werden.
Ich bin kein Insektenkundler, habe mich aber im Internet mal ein wenig umgesehen. Es gibt jede Menge Libellenarten. Bei diesem Exemplar könnte es sich um eine blaugrüne Mosaikjungfer handeln.
Libellenlinks:
http://de.wikipedia.org/wiki/Libellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Blaugr%C3%BCne_Mosaikjungfer
http://www.biologie.uni-ulm.de/bio3/public_html/A_cya.html
http://www.augenblicke-eingefangen.de/libellen.php
Sonntag, 8. Juli 2007
Berlin ist eine Reise wert
Berliner Hauptbahnhof auf Google-Maps ansehen.
Mittwoch, 20. Juni 2007
Wirtschaftsförderung
Heute stöberte ich in einem Geschäft mit einer reichhaltigen Auswahl an Badezimmerzubehör. Ein Set mit zwei Drahtkörben gefiel mir. Die können ganz ohne Bohrlöcher und Schrauben, nur mit Saugnäpfen, also im Rahmen meiner handwerklichen Fähigkeiten, an den Wandfliesen befestigt werden. Ich ging damit zur Kasse. Dahinter stand eine freundliche Dame, vor einer in ihrer ganzen Höhe mit Kaffee gefüllten Regalwand. Ein Sanitärfachgeschäft mit Kaffeeabteilung? Oder umgekehrt?
Als ich den Karton zum Bezahlen auf den Tresen legte, wurde mir, ohne dass ich mich danach erkundigt hätte, mitgeteilt, dass die beste Kaffeesorte gerade im Angebot sei. Ob ich da nicht zugreifen wolle. Das sei zuviel der Ehre, entgegnete ich, dafür sei ich zu bescheiden. Für mich käme bestenfalls die zweitbeste Bohne in Frage. In welchem Preissegment denn die angesiedelt sei. Worauf ich erfuhr, dass man gar keinen zweitbesten Kaffee im Sortiment habe. Nur besten. Und milden. Und koffeinfreien. Und handverlesenen. Überhaupt eigentlich alle möglichen Sorten. Nur leider keinen zweitbesten. Damit war das Kaffeethema erledigt.
Jetzt wurde ich, wiederum ungefragt, gefragt, ob ich denn schon die Kundenkarte des Unternehmens hätte. Die habe ich nicht. Das musste ich einräumen. Die Dame fand das schade, aber man könne das ja ändern, was ich aber gar nicht wollte. Das fand sie unklug. Zwar koste die Kundenkarte einen Jahresbeitrag von 8 Euro, aber dafür erhielte ich doch immerhin fünf Gutscheine über je 2 Euro, insgesamt als 10 Euro. Der Vorteil liege doch auf der Hand, was ich nicht leugnen konnte. Ich dankte freundlich für das Angebot, wollte aber keine Umstände machen. Der Einfachheit halber, und um ihr Schreibkram zu ersparen, bat ich darum, mir gleich die 2 Euro in bar zu geben. Warum sie das nicht wollte, habe ich nicht verstanden, aber wir fanden auch hier nicht zueinander.
Sichtlich enttäuscht nahm die koffeinangeregte Sanitärzubehörartikelfachverkäuferin jetzt den Karton mit den Wandkörben in die Hand und wandte sich der Kasse zu, sah sich aber vorerst weiterhin außerstande, mir mein Geld abzunehmen. Obwohl sie doch vorher schon einiges Interesse daran gezeigt hatte. Jetzt wollte sie erst einmal meine Postleitzahl wissen. In spannender Erwartung sah sie mich fragend an. Das war mir nun aber beim besten Willen zu hoch. Ich wollte meine Erwerbung doch gleich selbst mitnehmen, und mir nicht zuschicken lassen. Als ich ihr das zu vermitteln versuchte, gab sie mir zu verstehen, das sei wegen der Marktforschung. Dafür brauche sie die Postleitzahl. Überrascht hat mich das nicht, denn in letzter Zeit werde ich immer öfter in immer mehr Geschäften an der Kasse nach meiner Postleitzahl gefragt. Aber ich wollte doch nur die Wandkörbe mit den dazugehörigen Gummisaugern. Keinen Kaffee, keine Kundenkarte, und erst recht keine Durchleuchtung meiner persönlichen Daten. Aber das jetzt mit ihr auszudiskutieren, erschien mir wenig erfolgversprechend. Weil ich aber, und das ja wohl mit Recht, annehme, insoweit nicht der Wahrheitspflicht zu unterliegen, spielte ich diesmal mit. Ich wollte ihr doch wenigstens eine kleine Freude machen. 0-1-9-6-8 gab ich als Postleitzahl an. Reine Phantasie. Aber ihr hat das genügt. Sie lächelte, tippte die Zahlen ein, ich bezahlte und sie verpackte den Karton in einer Tragetüte. Eine Werbezeitschrift mit dem Fernsehprogramm der nächsten Woche gab es gratis dazu.
Wieder zu Hause eingetroffen, habe ich dann geforscht, welchen Ort ich denn zufällig ausgewählt hatte. 01968 ist die Postleitzahl von Senftenberg, das sich mit mehreren Ortsteilen um den Senftenberger See herum erstreckt. Senftenberg liegt im eher strukturschwachen Bundesland Brandenburg. Da habe ich doch eine gute Wahl getroffen. Ob ich diese Postleitzahl jetzt immer angebe, wenn ich mich aus den Klauen der Marktforschung befreien muss? Dann bliebe nur noch abzuwarten, wie lange es dauert, bis die Statistiker deswegen in der Region Senftenberg hohe Kaufkraftreserven vermuten. Vielleicht siedeln sich Handel und Industrie dann verstärkt dort an. Einkaufzentren schießen wie Pilze aus dem Boden, dazu Hotels und Gaststätten, Freizeiteinrichtungen, vielleicht sogar Kaffeegroßröstereien. Eigentlich schade, dass ich Senftenberg gar nicht kenne.
Senftenberg auf Google-Maps ansehen.
Als ich den Karton zum Bezahlen auf den Tresen legte, wurde mir, ohne dass ich mich danach erkundigt hätte, mitgeteilt, dass die beste Kaffeesorte gerade im Angebot sei. Ob ich da nicht zugreifen wolle. Das sei zuviel der Ehre, entgegnete ich, dafür sei ich zu bescheiden. Für mich käme bestenfalls die zweitbeste Bohne in Frage. In welchem Preissegment denn die angesiedelt sei. Worauf ich erfuhr, dass man gar keinen zweitbesten Kaffee im Sortiment habe. Nur besten. Und milden. Und koffeinfreien. Und handverlesenen. Überhaupt eigentlich alle möglichen Sorten. Nur leider keinen zweitbesten. Damit war das Kaffeethema erledigt.
Jetzt wurde ich, wiederum ungefragt, gefragt, ob ich denn schon die Kundenkarte des Unternehmens hätte. Die habe ich nicht. Das musste ich einräumen. Die Dame fand das schade, aber man könne das ja ändern, was ich aber gar nicht wollte. Das fand sie unklug. Zwar koste die Kundenkarte einen Jahresbeitrag von 8 Euro, aber dafür erhielte ich doch immerhin fünf Gutscheine über je 2 Euro, insgesamt als 10 Euro. Der Vorteil liege doch auf der Hand, was ich nicht leugnen konnte. Ich dankte freundlich für das Angebot, wollte aber keine Umstände machen. Der Einfachheit halber, und um ihr Schreibkram zu ersparen, bat ich darum, mir gleich die 2 Euro in bar zu geben. Warum sie das nicht wollte, habe ich nicht verstanden, aber wir fanden auch hier nicht zueinander.
Sichtlich enttäuscht nahm die koffeinangeregte Sanitärzubehörartikelfachverkäuferin jetzt den Karton mit den Wandkörben in die Hand und wandte sich der Kasse zu, sah sich aber vorerst weiterhin außerstande, mir mein Geld abzunehmen. Obwohl sie doch vorher schon einiges Interesse daran gezeigt hatte. Jetzt wollte sie erst einmal meine Postleitzahl wissen. In spannender Erwartung sah sie mich fragend an. Das war mir nun aber beim besten Willen zu hoch. Ich wollte meine Erwerbung doch gleich selbst mitnehmen, und mir nicht zuschicken lassen. Als ich ihr das zu vermitteln versuchte, gab sie mir zu verstehen, das sei wegen der Marktforschung. Dafür brauche sie die Postleitzahl. Überrascht hat mich das nicht, denn in letzter Zeit werde ich immer öfter in immer mehr Geschäften an der Kasse nach meiner Postleitzahl gefragt. Aber ich wollte doch nur die Wandkörbe mit den dazugehörigen Gummisaugern. Keinen Kaffee, keine Kundenkarte, und erst recht keine Durchleuchtung meiner persönlichen Daten. Aber das jetzt mit ihr auszudiskutieren, erschien mir wenig erfolgversprechend. Weil ich aber, und das ja wohl mit Recht, annehme, insoweit nicht der Wahrheitspflicht zu unterliegen, spielte ich diesmal mit. Ich wollte ihr doch wenigstens eine kleine Freude machen. 0-1-9-6-8 gab ich als Postleitzahl an. Reine Phantasie. Aber ihr hat das genügt. Sie lächelte, tippte die Zahlen ein, ich bezahlte und sie verpackte den Karton in einer Tragetüte. Eine Werbezeitschrift mit dem Fernsehprogramm der nächsten Woche gab es gratis dazu.
Wieder zu Hause eingetroffen, habe ich dann geforscht, welchen Ort ich denn zufällig ausgewählt hatte. 01968 ist die Postleitzahl von Senftenberg, das sich mit mehreren Ortsteilen um den Senftenberger See herum erstreckt. Senftenberg liegt im eher strukturschwachen Bundesland Brandenburg. Da habe ich doch eine gute Wahl getroffen. Ob ich diese Postleitzahl jetzt immer angebe, wenn ich mich aus den Klauen der Marktforschung befreien muss? Dann bliebe nur noch abzuwarten, wie lange es dauert, bis die Statistiker deswegen in der Region Senftenberg hohe Kaufkraftreserven vermuten. Vielleicht siedeln sich Handel und Industrie dann verstärkt dort an. Einkaufzentren schießen wie Pilze aus dem Boden, dazu Hotels und Gaststätten, Freizeiteinrichtungen, vielleicht sogar Kaffeegroßröstereien. Eigentlich schade, dass ich Senftenberg gar nicht kenne.
Senftenberg auf Google-Maps ansehen.
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