Willkommen auf meinem Weblog

Fotografie, Literatur, die deutsche Sprache, die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse, Museen und Ausstellungen, Theater, Kochen und Backen sind meine Interessen. Und dazu noch dieses und jenes, je nach Tagesaktualitäten und persönlichen Erlebnissen. Hinzu kommen der Spaß am Verfassen von Texten und die alltäglich gewordene Nutzung der Informationswelt des Internet.
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Freitag, 20. Juli 2007

Mittagsruhe

Wenn ich sie nicht rein zufällig hätte heranfliegen sehen, wäre sie mir bestimmt gar nicht aufgefallen. Mit einem Affenzahn kam sie an und landete im Sturzflug im Strauch vor meinem Fenster. Ihr Tarnanzug machte sie aus meinem Abstand von geschätzt gut zwei Metern mit bloßem Auge unentdeckbar. Erst nach einigem Suchen durch das voll herangezoomte Objektiv meines schnell herbeigeholten Fotoapparates fand ich sie wieder. Eine Libelle machte ein Nickerchen zur Mittagszeit, ein mitten in der Großstadt wohl eher seltener Gast. Mir ist da jedenfalls noch keine begegnet.


Dafür, dass ich die Fotos aus der freien Hand aufgenommen habe, bin ich damit eigentlich ganz zufrieden. Insgesamt habe ich fünf Bilder geschossen, dieses hier eingeschlossen. Die komplette Serie kann hier angesehen werden.

Ich bin kein Insektenkundler, habe mich aber im Internet mal ein wenig umgesehen. Es gibt jede Menge Libellenarten. Bei diesem Exemplar könnte es sich um eine blaugrüne Mosaikjungfer handeln.

Libellenlinks:
http://de.wikipedia.org/wiki/Libellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Blaugr%C3%BCne_Mosaikjungfer
http://www.biologie.uni-ulm.de/bio3/public_html/A_cya.html
http://www.augenblicke-eingefangen.de/libellen.php

Mittwoch, 28. Februar 2007

Vampire im Alltag

Vor der Einfahrt steht ein Auto, seit Stunden. Am Steuer ein Mann, der ununterbrochen Zeitung liest, belegte Brote kaut und von Zeit zu Zeit an einer Flasche nuckelt.
Am Auto steht: Eilige Blutproben.
Der Mann hat es aber gar nicht eilig.
Klaut Dracula Autos?

Donnerstag, 22. Februar 2007

Netter Besuch

Das war die Streicheleinheit, die ich so dringend brauchte. Neulich die Fenster geputzt, und eben wurde das anerkennend bestaunt.

Jemand klopfte von außen gegen die Scheibe. Das gab es noch nie, wohl schon allein der Höhe wegen. Auf dem Fenstersims saß ein putziges rotbraunes Eichhörnchen mit buschigem Schwanz und kleinen Knopfaugen. Total begeistert von der klaren Sicht und dem streifenfreien Glanz kratzte es wie wild über das Glas, lief hin und her, und sprang dann auf die Tanne davor, in deren sattem Grün es muntere Tänze vollführte und lustige Purzelbäume schlug.
Niiieeedlich!

P.S.: Da ist wohl die Tastatur mit mir durchgegangen. Kleiner romantischer Anfall. Aber wenn ich das so lese, könnte ich daraus vielleicht einen Stoff für so ein Groschenheft entwickeln. Die Förstersfrau vom Buchenwald, Untertitel: Schicksalsjahre einer Ökologin, oder was in der Richtung.

Also: 2. Fassung:

Von außen klopfte es gegen die Scheibe. Die Förstersfrau, die, im wallenden Leinenkittel gewandet, emsig die ihr von ihrer viel zu jung verstorbenen geliebten Mutter hinterlassenen Kochbücher wälzte, weil sie dem nicht minder geliebten Gatten ein gehörig Mahl zu servieren gedachte, wenn er denn des Abends matt und abgekämpft von der Jagd aus dem dunklen finsteren Wald heimkehren würde, erschrak heftig. "Wer pocht da, so zart und doch gleichermaßen kraftvoll, eben so unendlich gefühlvoll, gegen das von mir erst kürzlich so sorgsam gereinigte Glas?" fragte sie sich. "Wer ist imstande, solche Höhen zu erklimmen, liegt doch dieses Zimmer im obersten Stockwerk des Jahrhunderte alten so malerischen Forsthauses, so hoch, dass nur der Sonne Strahlen hier Einlass fordern könnten?" vertiefte sie ihre Gedanken.
Da sah sie hinaus und blickte wie verzaubert. Ein Eichhorn war's, so heiter und munter, so ...

HALT! STOP! Schluss damit! Ich mach mir jetzt einen Kaffee und warte auf eine Schreibblockade. Sonst schreib ich den Kram womöglich noch zu Ende. Bloß das nicht.

Samstag, 17. Februar 2007

Frühling in Sicht

Heute früh hat mich die Sonne angeblinzelt. Als ob sie mir versprechen wollte, es gehe bergauf. Sie weiß anscheinend, dass ich es überhaupt nicht mag, in permanenter Dunkelheit zu leben. Sonst bräuchte sie bei mir ja nicht um gut Wetter zu bitten.

Die Nordländer haben die Mittsommernacht.
Da wird es dann nie richtig dunkel.

Und was haben wir?
Monatelang dunklen Winter. Morgens dunkel, abends dunkel, nachts sowieso. Und die paar Stunden dazwischen auch nicht gerade glänzend. Alles in allem fast so finster wie Polarnächte.

Mit jedem Tag wird es jetzt früher hell, und später dunkel. Das Licht wird wärmer. Nicht die Temperaturen, sondern das Licht. Sowas gibt's. Und es riecht auch schon ein bisschen nach Frühling. Nicht wie Frühling, das geht erst mit der Blütezeit los. Aber danach. Man kann schon riechen, wenn der Frühling dem Winter die ersten Tritte versetzt, um ihn zu vertreiben. Ich kann das, und heute riecht es so.

Schöne Aussichten.

Freitag, 9. Februar 2007

Klimawandel

Das kam über Nacht. Was für ein Bild!
Alles ist weiß. Die Straßen, die Wege, und in sauber strahlende Pelze gewandet erwarten die Autos, ob sie heute noch durch die Gegend gescheucht werden. Sie hoffen auf einen Ruhetag. Bei dem Wetter geht vielleicht manch einer lieber zu Fuß. Oder bleibt ganz zu Hause.
Gegenüber auf dem Dach haben sich kleine Dachlawinen gebildet und an der Dachrinne versammelt. Sie lauern darauf, dass unten jemand aus dem Haus kommt. Oder einer rein will. Denen werden sie es zeigen. Freuden des Winters.
Die Tanne vor meinem Fenster sieht aus wie ein beleidigter Weihnachtsbaum. Schwer mit Schnee beladen hält sie tapfer ihre Zweige hoch: "So schön hättet Ihr es schon Weihnachten haben können. Aber Ihr habt es ja so gewollt."

Da ist was dran. Dieses Bild am Heiligen Abend, und wohlig weihnachtliche Stimmung wäre aufgekommen. Aber mitten im Februar ist das eigentlich nur noch schlechtes Wetter. Schade drum. Alles zu seiner Zeit.
Der erste erwähnenswerte Schnee des Winters. So läuft das also mit dem Klimawandel. Der Winter fällt nicht aus, er verschiebt sich nur nach hinten. Das ist ja beruhigend. Dann richte ich mich schon mal praktisch darauf ein. In der Stadt räumen sie gerade alle ihre Lager. Die Ware muss raus. Saisonwechsel. Da gehe ich jetzt hin. Mit Glück mache ich noch ein Schnäppchen. Handschuhe für den Sommer.