Der Sommer 2007 reichte an den des Vorjahres nicht annähernd heran. Solch rosarote Brillen, die man aufsetzen müsste, um das so zu sehen, gibt es gar nicht. Nicht nur das trostlose Schmuddelwetter der vergangenen Monate ließ dieses Jahr dabei so schlecht abschneiden. Auch sonst fehlte das gewisse Etwas im Vergleich zum märchenhaften Sommer 2006. Aber eine Fußball-WM war nun mal nicht schon wieder im Angebot.
Die Engländer haben die Initiative ergriffen und sich ihr eigenes Highlight geschaffen. Hauptsache Weltmeisterschaft. Da gibt es doch noch ganz andere Wettstreite als immer nur Fußball. Man muss sich nur was Ausgefallenes einfallen lassen. Und für Kuriositäten sind die Briten ja bestens bekannt. Sie trinken Bier ohne Schaum. Zum Frühstück essen sie fette Bratwürste mit Bohnen. Außerdem fahren sie auf der falschen Straßenseite, was nur deshalb nicht in einer Katastrophe endet, weil das auf der Insel ausnahmslos jeder so macht. Und das sind nur einige ihrer Eigenheiten.
Bei so viel Fantasie zum Absonderlichen fand sich selbstverständlich auch eine Weltmeisterschaft, um dem Sommer zu einem strahlenden Abschluss zu verhelfen. Lustig wird es zugegangen sein auf der Bart-WM im englischen Brighton am vergangenen Sonnabend. Die Sportsmänner haben sicherlich stundenlang vor dem Spiegel gestanden, um möglichst weit oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. Wahre Kunstwerke entstanden, dass es eine Freude ist. Gekämpft wurde in 17 Kategorien. Die deutschen Teilnehmer waren außerordentlich erfolgreich. Sie konnten zehn Trophäen mit nach Hause nehmen. Das muss gefeiert werden, was nicht unbedingt so weit gehen muss, wie bei der Fußball-WM 2006 mit einem Meer von Fahnen an Autos und Balkonen. Es wäre schließlich schade drum, wenn jemand seinen liebevoll gestylten Bart in den Landesfarben coloriert und anschließend aus dem fahrenden Auto hängt.
Willkommen auf meinem Weblog
Fotografie, Literatur, die deutsche Sprache, die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse, Museen und Ausstellungen, Theater, Kochen und Backen sind meine Interessen.
Und dazu noch dieses und jenes, je nach Tagesaktualitäten und persönlichen Erlebnissen. Hinzu kommen der Spaß am Verfassen von Texten und die alltäglich gewordene Nutzung der Informationswelt des Internet.
Montag, 3. September 2007
Freitag, 24. August 2007
Wird jetzt auch noch das Kleingeld teurer?
Das frühere "Haste-ma-ne-Mark?" wurde mit der Umstellung auf den Euro zunächst von der Frage abgelöst: "Können Sie mir vielleicht mit etwas Kleingeld aushelfen?" Nicht alles ist damals teurer geworden. Das hier wurde sogar billiger, jedenfalls bei entsprechendem Verständnis des Begriffs Kleingeld. Doch schon bald wurde 1:1 umgerechnet: "Haben Sie mal einen Euro für mich?" Jetzt gerät auch dieser Kurs ins Wanken. In einer Fußgängerzone wurde ich heute zum ersten Mal gefragt: "Haben Sie mal einen oder zwei Euro für mich?" Damit ist eine neue Tarifrunde eingeläutet worden, die allerdings vorerst gescheitert ist. Bei dem Preis wollte ich mit Kreditkarte zahlen. Darauf war sie technisch nicht eingerichtet. Mal abwarten, ob bald alle mit Lesegeräten ausgestattet sind.
Freitag, 10. August 2007
Ein Geschenk für Weltenbummler
"Wenn Sie schon etwas so Tolles verschenken," lobte mich die Kassiererin, während sie das von ihr kunstvoll dekorierte Päckchen in der edlen Tragetasche versenkte, "sollen Sie dafür natürlich auch belohnt werden." Dabei griff sie in die Schublade mit den Zugaben. Kein Einkauf in einer Parfumerie ohne Probierfläschchen. Die erste Belohnung war ein kleines Reagenzglas mit Stöpsel. Der neueste Herrenduft von einem Menschen mit einem klangvollen Namen, den ich allerdings noch nie gehört hatte. Und dazu gab es mal was ganz anderes: einen ledernen Kofferanhänger. "Darauf können Sie, wenn Sie verreisen, Ihren Namen schreiben und Ihre Anschrift," wurde mir erklärt. So hatte ich es mit Kofferanhängern bisher auch immer praktiziert. "Oder Sie sprühen Ihren Lieblingsduft darauf, um Ihr Gepäck besser finden zu können," riet mir die selbst intensiv duftende Kassiererin dann noch. Ich grinste freundlich, obwohl mir der Scherz reichlich an den Haaren herbeigezogen zu sein schien.
Neugierig holte ich das Ding schon am Ausgang aus der Tüte und sah es mir näher an. Ein Aufkleber auf der Verpackung zeigte eine Zeichnung mit der Gebrauchsanweisung. Aus einem stilisierten Sprühkopf schossen gepunktete Linien direkt auf das Etikett des Anhängers. Das war kein Scherz. Dieser Anhänger war tatsächlich als Duftmarke vorgesehen.
Dass jemand sein Gepäck auf dem Laufband in der Ankunftshalle erschnüffelte, habe ich noch auf keinem Flughafen beobachtet. Das könnte das Personal auch zu seltsamen Reaktionen veranlassen. Im günstigsten Fall fordern die dann ärztliche Hilfe an. Ob so ein Kofferanhänger mit Geruch bei den strengen Sicherheitsvorschriften überhaupt zulässig ist, kann bezweifelt werden, denn die Spürhunde der Sicherheitsdienste sollen sich auf ganz andere Aromen konzentrieren. So aber werden sie abgelenkt. Ich sehe schon Polizeihunde in Hundertschaften die Parfumerien stürmen, weil sie auf den Geschmack gekommen sind.
Neugierig holte ich das Ding schon am Ausgang aus der Tüte und sah es mir näher an. Ein Aufkleber auf der Verpackung zeigte eine Zeichnung mit der Gebrauchsanweisung. Aus einem stilisierten Sprühkopf schossen gepunktete Linien direkt auf das Etikett des Anhängers. Das war kein Scherz. Dieser Anhänger war tatsächlich als Duftmarke vorgesehen.
Dass jemand sein Gepäck auf dem Laufband in der Ankunftshalle erschnüffelte, habe ich noch auf keinem Flughafen beobachtet. Das könnte das Personal auch zu seltsamen Reaktionen veranlassen. Im günstigsten Fall fordern die dann ärztliche Hilfe an. Ob so ein Kofferanhänger mit Geruch bei den strengen Sicherheitsvorschriften überhaupt zulässig ist, kann bezweifelt werden, denn die Spürhunde der Sicherheitsdienste sollen sich auf ganz andere Aromen konzentrieren. So aber werden sie abgelenkt. Ich sehe schon Polizeihunde in Hundertschaften die Parfumerien stürmen, weil sie auf den Geschmack gekommen sind.
Mittwoch, 1. August 2007
Nochmal ÖPNV - Ein Erlebnis im Bus
Vorhin saß ich in einem Linienbus, der mich durch mir unbekanntes innerstädtisches Terrain chauffierte. Früher Nachmittag. Nur wenige Fahrgäste. Der feierabendliche Ansturm hatte noch nicht eingesetzt. Ruhe im Bus. Bis an einer Haltestelle eine Gruppe fröhlicher Jungen das öffentliche Verkehrsmittel stürmte. Die waren so ausgelassen, dass sie sich vor lauter Lustigkeit spontan auf den Boden warfen. Der Mittelgang und die zu dieser Zeit gerade kinderwagenfreie Abstellfläche an der Hintertür waren vollständig mit flach auf dem Boden liegenden Knaben bedeckt. Ein bis zwei Minuten brauchte ich, um zu begreifen, um was es ging. Und dann sah ich draußen auf dem Gehweg eine Horde Jungen im gleichen Alter, schwitzend und hechelnd im Dauerlauf, begleitet und angetrieben von ihrem Fußballtrainer. Ausdauertraining. Und neben mir lagen die Monatskarteninhaber des Vereins. Die hatten die Abkürzung gewählt, und pressten sich auf den Boden, um nicht gesehen zu werden.
Wir hatten, das ist Jahrzehnte her, in der Schule einen Sportlehrer, der uns gerne an einem Kanal entlanglaufen ließ. Beim Sportplatz ging das los, unter drei Brücken hindurch, über die vierte rüber und dann auf der anderen Seite zurück. Der Lehrer fuhr dabei mit seinem Auto (70er-Jahre, da fuhren Lehrer VW-Käfer) vom Sportplatz jedes Mal zu einer anderen Brücke, um die Leute zu überraschen, die zur Abkürzung den Kanal vorzeitig überquerten. Deswegen hatten wir keine Chance, ihn anzuschmieren. Bis auf eine, aber die war ziemlich ungemütlich, und ich kann mich nur an einen Fall erinnern, als ein Mitschüler die kalte und eklig braune Brühe des Stadtgrabens kurzerhand durchschwamm. Und das war noch einer der sportlichen, dem der ganze Lauf nichts ausmachte. Aber er wollte dem Lehrer die Lücke in seinem System zeigen, was den so gewurmt hat, dass er künftig seinen Käfer stehen ließ und immer mitlief. Immerhin eine sportliche Reaktion.
Übrigens hat unser Lehrer die Schwimmeinlage nicht übelgenommen, denn Schwimmen ist schließlich auch Sport. Bei der Benutzung eines Linienbusses hätte ich ihn allerdings nicht erleben mögen. Sportunterricht ist schließlich keine Formel 1.
Wir hatten, das ist Jahrzehnte her, in der Schule einen Sportlehrer, der uns gerne an einem Kanal entlanglaufen ließ. Beim Sportplatz ging das los, unter drei Brücken hindurch, über die vierte rüber und dann auf der anderen Seite zurück. Der Lehrer fuhr dabei mit seinem Auto (70er-Jahre, da fuhren Lehrer VW-Käfer) vom Sportplatz jedes Mal zu einer anderen Brücke, um die Leute zu überraschen, die zur Abkürzung den Kanal vorzeitig überquerten. Deswegen hatten wir keine Chance, ihn anzuschmieren. Bis auf eine, aber die war ziemlich ungemütlich, und ich kann mich nur an einen Fall erinnern, als ein Mitschüler die kalte und eklig braune Brühe des Stadtgrabens kurzerhand durchschwamm. Und das war noch einer der sportlichen, dem der ganze Lauf nichts ausmachte. Aber er wollte dem Lehrer die Lücke in seinem System zeigen, was den so gewurmt hat, dass er künftig seinen Käfer stehen ließ und immer mitlief. Immerhin eine sportliche Reaktion.
Übrigens hat unser Lehrer die Schwimmeinlage nicht übelgenommen, denn Schwimmen ist schließlich auch Sport. Bei der Benutzung eines Linienbusses hätte ich ihn allerdings nicht erleben mögen. Sportunterricht ist schließlich keine Formel 1.
Samstag, 28. Juli 2007
Ferngespräch im ÖPNV
Noch vor wenigen Jahren verzog sich fast jeder in stille Winkel, um zu telefonieren. Der Apparat stand zu Hause, in der Wohnung, wo man sich vor ungebetenen Lauschern sicher fühlte. Oder im Büro, wo die Kollegen schon deswegen nichts mitbekamen, weil sie selbst telefonierten. Wer dringend von unterwegs Kontakt aufnehmen musste, verschwand in einer Telefonzelle. Die war zwar gläsern, aber dafür so schalldicht, dass niemand aus der Schlange der davor Wartenden etwas davon mitbekam, was drinnen gesprochen wurde.
Das hat sich geändert, seit es Mobiltelefone gibt. Zu Hause telefonieren ist langweilig geworden. Telefonzellen sind aus dem Stadtbild verschwunden. Aber so ziemlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, telefoniert. Manch einer dem Anschein nach sogar ununterbrochen. Und kaum jemand ist noch bestrebt, niemanden mithören zu lassen. Im Gegenteil: Möglichst laut und deutlich wird gesprochen, so als ob die Aufmerksamkeit anderer geradewegs gesucht wird.
Besonders beliebt sind Ferngespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln, bevorzugt in der U-Bahn. Gestern musste (nicht konnte oder durfte, sondern musste) ich Ohrenzeuge eines Gesprächs eines ziemlich jungen weiblichen Wesen werden, das, wie sich aus ihren Worten ergab, gerade ihre Schulzeit beendet hatte. Sie saß auf der anderen Seite des Mittelganges, gut einen Meter von mir entfernt, und ging, mit wem auch immer, die Liste aller Mitschüler durch. Tatsächlich nur die männlichen, denn die weiblichen interessierten in den erörterten Zusammenhängen wirklich nicht. Knabe auf Knabe wurde durchgehechelt, wie er denn so sei, und wie er damals ... (was dann meist unverständlich blieb, weil es in kreischendem Lachen unterging). Außerdem informierte meine Mitreisende eingehend über die weitere Lebensplanung der jungen Herren. Von einem wurde der Besatzung des U-Bahn-Waggons mitgeteilt, der gehe nach Spanien, in einen Ferienclub, um da Geld zu verdienen, als Amateur. Recht so, immer schön bescheiden, erst mal klein anfangen, als Amateur. Die Profilaufbahn wird sich später schon noch ergeben. Schließlich wurde klar, dass meine ÖPNV-Mitreisende mit etwas weiblichem sprach. Sie schlug nämlich vor, man könne doch mal wieder zusammen ausgehen, und zwar "ohne Männer und so". Unter Männern kann ich mir etwas vorstellen, aber was ist "und so"? Ich weiß es nicht. Das ist eines der Rätsel, die nach U-Bahn-Fahrten ungelöst bleiben.
Eigentlich ist es an der Zeit, dass ich bald mal wieder meine Nummer abziehe. Mitten in der vollbesetzten U-Bahn das Handy ans Ohr nehmen, und dann laut rufen: "Ja, könnt Ihr denn nicht einmal etwas ohne mich entscheiden!" Das wirkt immer. Damit kriegt man jeden U-Bahn-Wagen ruhig, mag er auch noch so überfüllt sein. Und dann können die anderen rätseln, was für ein wichtiger Mensch ich sein mag.
Das hat sich geändert, seit es Mobiltelefone gibt. Zu Hause telefonieren ist langweilig geworden. Telefonzellen sind aus dem Stadtbild verschwunden. Aber so ziemlich jeder, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, telefoniert. Manch einer dem Anschein nach sogar ununterbrochen. Und kaum jemand ist noch bestrebt, niemanden mithören zu lassen. Im Gegenteil: Möglichst laut und deutlich wird gesprochen, so als ob die Aufmerksamkeit anderer geradewegs gesucht wird.
Besonders beliebt sind Ferngespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln, bevorzugt in der U-Bahn. Gestern musste (nicht konnte oder durfte, sondern musste) ich Ohrenzeuge eines Gesprächs eines ziemlich jungen weiblichen Wesen werden, das, wie sich aus ihren Worten ergab, gerade ihre Schulzeit beendet hatte. Sie saß auf der anderen Seite des Mittelganges, gut einen Meter von mir entfernt, und ging, mit wem auch immer, die Liste aller Mitschüler durch. Tatsächlich nur die männlichen, denn die weiblichen interessierten in den erörterten Zusammenhängen wirklich nicht. Knabe auf Knabe wurde durchgehechelt, wie er denn so sei, und wie er damals ... (was dann meist unverständlich blieb, weil es in kreischendem Lachen unterging). Außerdem informierte meine Mitreisende eingehend über die weitere Lebensplanung der jungen Herren. Von einem wurde der Besatzung des U-Bahn-Waggons mitgeteilt, der gehe nach Spanien, in einen Ferienclub, um da Geld zu verdienen, als Amateur. Recht so, immer schön bescheiden, erst mal klein anfangen, als Amateur. Die Profilaufbahn wird sich später schon noch ergeben. Schließlich wurde klar, dass meine ÖPNV-Mitreisende mit etwas weiblichem sprach. Sie schlug nämlich vor, man könne doch mal wieder zusammen ausgehen, und zwar "ohne Männer und so". Unter Männern kann ich mir etwas vorstellen, aber was ist "und so"? Ich weiß es nicht. Das ist eines der Rätsel, die nach U-Bahn-Fahrten ungelöst bleiben.
Eigentlich ist es an der Zeit, dass ich bald mal wieder meine Nummer abziehe. Mitten in der vollbesetzten U-Bahn das Handy ans Ohr nehmen, und dann laut rufen: "Ja, könnt Ihr denn nicht einmal etwas ohne mich entscheiden!" Das wirkt immer. Damit kriegt man jeden U-Bahn-Wagen ruhig, mag er auch noch so überfüllt sein. Und dann können die anderen rätseln, was für ein wichtiger Mensch ich sein mag.
Freitag, 20. Juli 2007
Mittagsruhe
Dafür, dass ich die Fotos aus der freien Hand aufgenommen habe, bin ich damit eigentlich ganz zufrieden. Insgesamt habe ich fünf Bilder geschossen, dieses hier eingeschlossen. Die komplette Serie kann hier angesehen werden.
Ich bin kein Insektenkundler, habe mich aber im Internet mal ein wenig umgesehen. Es gibt jede Menge Libellenarten. Bei diesem Exemplar könnte es sich um eine blaugrüne Mosaikjungfer handeln.
Libellenlinks:
http://de.wikipedia.org/wiki/Libellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Blaugr%C3%BCne_Mosaikjungfer
http://www.biologie.uni-ulm.de/bio3/public_html/A_cya.html
http://www.augenblicke-eingefangen.de/libellen.php
Sonntag, 8. Juli 2007
Berlin ist eine Reise wert
Berliner Hauptbahnhof auf Google-Maps ansehen.
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