Hilflos wanderte ihr Blick kreuz und quer über die Bücherwand. Zwischendurch sah sie immer wieder auf den Zettel in ihrer Hand. Sie war ratlos. Warum in dieser Buchhandlung auf den Abholscheinen nicht der Titel vermerkt wurde, sondern nur eine vierstellige Nummer, hatte ich mich schon bei der Bestellung gefragt. Das System erscheint verbesserungswürdig.
Da sie nicht wusste, wonach sie suchte, äußerte sie eine Vermutung: "Soll das ein Harry Potter sein?".
"Nein", antwortete ich, wobei ich mich fragte, warum ich ausgerechnet den hätte bestellen sollen, wenn doch am Eingang ein Tisch mit allem aufgebaut war, was die Anhänger des zaubernden Knaben sich wünschen. Bücher, gedruckt und vertont, dazu die passenden Kalender für die Wand oder die Schultasche, und das stapelweise. Alles vorrätig und zum Mitnehmen. Bestellen unnötig. Außerdem wusste ich bisher nicht, dass hier Bestsellerpflicht bestand.
"Was denn sonst?" Sie schien verwundert, mal keinen Harry Potter loszuwerden. Warum eigentlich? Wir waren doch nicht bei Flourish & Blotts, der Zauberbuchhandlung in der Winkelgasse, in der alle Hogwarts-Schüler ihre Schulbücher kaufen, während sich ihre Eltern im Tropfenden Kessel berauschenden Zaubertränken hingeben.
Mit den Worten "König von Albanien" löste ich das Rätsel auf.
"Das kenne ich nicht", gestand die Verwalterin der bestellten Bücher, "aber ich kann ja mal schauen, ob es heute geliefert worden ist." Ihre Hände und ihr Kopf verschwanden in einem Karton von den Ausmaßen einer Schatzkiste aus den Verliesen der Zaubererbank Gringotts. Als sie wieder auftauchte, wedelte sie stolz mit ihrer Beute: "Da isses!".
Na also, das hat dann doch noch geklappt. Die Frau hat das Buch herbeigezaubert. Die Buchhandlung sollte statt Abholscheinen besser Glaskugeln verwenden, wenn sie Hogwarts-Absolventen beschäftigt. Die können damit mehr anfangen als mit Nummernzetteln.
Sie verpackte das Buch in einer Tragetasche mit buntem Harry-Potter-Aufdruck. "Wenn Sie schon keinen Harry Potter kaufen, kriegen Sie jetzt wenigstens die Tüte dazu."
Damit bin ich dann nach Hause spaziert. "Zauberhaftes Lesevergnügen!", steht auf dem Beutel. Das werde ich hoffentlich auch mit Otto Wittes Abenteuern haben, der 1913 mal für fünf Tage König von Albanien war.
Willkommen auf meinem Weblog
Fotografie, Literatur, die deutsche Sprache, die Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse, Museen und Ausstellungen, Theater, Kochen und Backen sind meine Interessen.
Und dazu noch dieses und jenes, je nach Tagesaktualitäten und persönlichen Erlebnissen. Hinzu kommen der Spaß am Verfassen von Texten und die alltäglich gewordene Nutzung der Informationswelt des Internet.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Sonntag, 28. Oktober 2007
Uhrwerksversagen
Ein Sprecher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) hat verkündet, die Umstellung von der Sommerzeit auf die mitteleuropäische Normalzeit in der vergangenen Nacht sei wie immer problemlos verlaufen.
Irrtum! Bei mir nicht.
Damit meine ich nicht die Auswirkungen auf die innere Uhr, sondern das Schicksal meiner Küchenuhr. Die hat die Aktion nicht überlebt. Um ihre Anzeige der jetzt wieder geltenden Mitteleuropäischen Zeit anzugleichen, habe ich sie von der Wand genommen. Das Zifferblatt und die Zeiger selbst sind nicht zugänglich, das Gehäuse kann nicht geöffnet werden. Deswegen habe ich die Zeiger mit dem Rädchen an der Rückseite um eine Stunde zurückgedreht. Dabei bin ich sehr vorsichtig zu Werke gegangen, wirklich äußerst behutsam, denn ich wollte nicht mehr stören als unvermeidlich. Ist doch klar, dass Uhren leiden, wenn ihnen zweimal im Jahr das Innerste verdreht wird. Als ich die Uhr danach wieder an den Haken hängte, hat sie sich endgültig verabschiedet. Der kleine Zeiger plumpste nach unten, wo er unter letzten Zuckungen zum Stillstand kam. Jetzt baumelt er schlaff über der Sechs und spielt nicht mehr mit. Auch der Sekundenzeiger hat sich abgemeldet, kurz nach halb, höher hat er es nicht mehr geschafft. Der große Zeiger klemmt bei der Zehn. Jahrelang war die Küchenuhr für mich da, aber bei der Zeitumstellung ist es passiert. Totalausfall. Exitus. Ein treues Uhrwerk tickt nicht mehr.
Meine Uhr hat bei der Umstellung das Zeitliche gesegnet.
Ist das etwa problemlos?
Irrtum! Bei mir nicht.
Damit meine ich nicht die Auswirkungen auf die innere Uhr, sondern das Schicksal meiner Küchenuhr. Die hat die Aktion nicht überlebt. Um ihre Anzeige der jetzt wieder geltenden Mitteleuropäischen Zeit anzugleichen, habe ich sie von der Wand genommen. Das Zifferblatt und die Zeiger selbst sind nicht zugänglich, das Gehäuse kann nicht geöffnet werden. Deswegen habe ich die Zeiger mit dem Rädchen an der Rückseite um eine Stunde zurückgedreht. Dabei bin ich sehr vorsichtig zu Werke gegangen, wirklich äußerst behutsam, denn ich wollte nicht mehr stören als unvermeidlich. Ist doch klar, dass Uhren leiden, wenn ihnen zweimal im Jahr das Innerste verdreht wird. Als ich die Uhr danach wieder an den Haken hängte, hat sie sich endgültig verabschiedet. Der kleine Zeiger plumpste nach unten, wo er unter letzten Zuckungen zum Stillstand kam. Jetzt baumelt er schlaff über der Sechs und spielt nicht mehr mit. Auch der Sekundenzeiger hat sich abgemeldet, kurz nach halb, höher hat er es nicht mehr geschafft. Der große Zeiger klemmt bei der Zehn. Jahrelang war die Küchenuhr für mich da, aber bei der Zeitumstellung ist es passiert. Totalausfall. Exitus. Ein treues Uhrwerk tickt nicht mehr.
Meine Uhr hat bei der Umstellung das Zeitliche gesegnet.
Ist das etwa problemlos?
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Mittwoch, 24. Oktober 2007
Schöne Stunden im Pantoffelkino
Der Verkäufer bei den Küchenmessern rief, als ich an ihm vorbeiging, laut durch die Abteilung: "Weiß jemand, wie der Film heißt, den ich am Sonnabend gesehen habe?" Woher sollte ich das wissen? "Keine Ahnung!" erwiderte ich im Vorübergehen.
Ich schlafe oft bei Filmen ein. Passiert mir das zu Hause, fällt dabei meistens die Fernbedienung auf den Boden. Im Kino ist die Sache gefährlicher, denn eine Tüte Popcorn und ein Becher mit Bier hinterlassen beim Runterfallen weitreichende Spuren. Da passe ich dann schon besser auf.
Dem Mann mit den Messern passiert sowas nicht. Er hält die Augen offen, merkt sich aber noch nicht einmal, welcher Film vor ihm ablief. Ich weiß hinterher immerhin noch, wobei ich eingeschlafen bin.
Seine Kollegen fertigten den ratlosen Herrn der Klingen nicht so kurz ab wie ich.
Von den Bratpfannen rief eine Verkäuferin: "War das ...?" Den Titel, den sie nannte, habe ich vergessen, aber der half ja auch nicht weiter. Der Liebhaber namensloser Filme wehrte ab: "Wenn ich das wüsste, hätte ich doch nicht zu fragen brauchen."
Hinter aufgestapelten Vorratsbehältern aus Kunststoff krähte ein Mann: "Meinst Du den mit der Autobahnbrücke und dem Sportwagen, der über das Geländer flog?" Der Mann war offenbar kleiner als der Dosenstapel, denn man sah ihn nicht.
"Nein, sowas kam darin nicht vor", antwortete der Messerverkäufer.
"Oder war es der mit diesem knackigen Schauspieler mit den stahlblauen Augen, dem unwiderstehlichen Blick und dem Waschbrettbauch?", fragte eine Kundin mit einer Pfeffermühle in der Hand.
Die Porzellanfachverkäuferin schien den Traummann zu kennen. Sie pfiff anerkennend. Alle drehten sich zu ihr um. Sie errötete.
Die für die Kuchenformen zuständige Dame forderte: "Dann erzähl uns doch mal, was in dem Film so los war."
"Das fällt mir nicht mehr ein, auch wenn ich noch so scharf darüber nachdenke."
"Du kennst weder den Titel noch den Inhalt? Das erkläre uns bitte mal!" Der Topfberater klapperte mit den Deckeln.
"Der Film war so langweilig. Ich habe schon nach einer Viertelstunde nicht mehr hingeguckt. Am liebsten wäre ich ins Bett gegangen."
"Und warum hast Du es nicht getan?"
"Weil meine Frau darauf bestanden hat, dass wir endlich mal wieder zusammen einen Film ansehen."
"Dann frag doch Deine Frau."
"Geht nicht, die hat gerade angerufen und mich gefragt."
"Warum fragt denn ausgerechnet Deine Frau danach? Die hat den Film doch selbst gesehen."
"Ja, eigentlich schon. Aber sie war leider eingeschlafen. Das hat sie mir eben gebeichtet."
Ich schlafe oft bei Filmen ein. Passiert mir das zu Hause, fällt dabei meistens die Fernbedienung auf den Boden. Im Kino ist die Sache gefährlicher, denn eine Tüte Popcorn und ein Becher mit Bier hinterlassen beim Runterfallen weitreichende Spuren. Da passe ich dann schon besser auf.
Dem Mann mit den Messern passiert sowas nicht. Er hält die Augen offen, merkt sich aber noch nicht einmal, welcher Film vor ihm ablief. Ich weiß hinterher immerhin noch, wobei ich eingeschlafen bin.
Seine Kollegen fertigten den ratlosen Herrn der Klingen nicht so kurz ab wie ich.
Von den Bratpfannen rief eine Verkäuferin: "War das ...?" Den Titel, den sie nannte, habe ich vergessen, aber der half ja auch nicht weiter. Der Liebhaber namensloser Filme wehrte ab: "Wenn ich das wüsste, hätte ich doch nicht zu fragen brauchen."
Hinter aufgestapelten Vorratsbehältern aus Kunststoff krähte ein Mann: "Meinst Du den mit der Autobahnbrücke und dem Sportwagen, der über das Geländer flog?" Der Mann war offenbar kleiner als der Dosenstapel, denn man sah ihn nicht.
"Nein, sowas kam darin nicht vor", antwortete der Messerverkäufer.
"Oder war es der mit diesem knackigen Schauspieler mit den stahlblauen Augen, dem unwiderstehlichen Blick und dem Waschbrettbauch?", fragte eine Kundin mit einer Pfeffermühle in der Hand.
Die Porzellanfachverkäuferin schien den Traummann zu kennen. Sie pfiff anerkennend. Alle drehten sich zu ihr um. Sie errötete.
Die für die Kuchenformen zuständige Dame forderte: "Dann erzähl uns doch mal, was in dem Film so los war."
"Das fällt mir nicht mehr ein, auch wenn ich noch so scharf darüber nachdenke."
"Du kennst weder den Titel noch den Inhalt? Das erkläre uns bitte mal!" Der Topfberater klapperte mit den Deckeln.
"Der Film war so langweilig. Ich habe schon nach einer Viertelstunde nicht mehr hingeguckt. Am liebsten wäre ich ins Bett gegangen."
"Und warum hast Du es nicht getan?"
"Weil meine Frau darauf bestanden hat, dass wir endlich mal wieder zusammen einen Film ansehen."
"Dann frag doch Deine Frau."
"Geht nicht, die hat gerade angerufen und mich gefragt."
"Warum fragt denn ausgerechnet Deine Frau danach? Die hat den Film doch selbst gesehen."
"Ja, eigentlich schon. Aber sie war leider eingeschlafen. Das hat sie mir eben gebeichtet."
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Montag, 8. Oktober 2007
Pümpel mit Ü
Am vergangenen Sonnabend meldete sich Thomas Gottschalk mit Wetten, dass ..? aus der Sommerpause zurück. Die wird auch immer kürzer. Oder kommt mir das nur so vor?
Als ich beim Zappen mal wieder da landete, wedelte gerade ein Kandidat mit Gummisaugern herum und erklärte, dass er damit mal nicht den Abfluss reinigen, sondern nackte Männerrücken bewerfen wollte. Da sollten sie sich dann festsaugen. Pömpel-Dart nannte er das. Na meinetwegen.
Aber wieso Pömpel? Kaum im Fernsehen, schon ist die Presse voll von Pömpel-Beiträgen. Dadurch wird das auch nicht richtiger. Das heißt Pümpel. Wie denn sonst?
Regionale Eigenarten gibt es natürlich überall. Den Pömpel rechnet der Vlothoer Anzeiger dem Wortschatz der Ostwestfalen zu. Da gehört er dann auch hin. Aber der Duden verzeichnet das Ding als Pümpel. Und dabei hätte es das bundesweit ausgestrahlte Wetten, dass ..? doch gern belassen können. Auch der Wortschatz der Universität Leipzig kennt den Pömpel nicht, sondern den Pümpel. Und bei Google verliert der Pömpel mit 54.800 Treffern chancenlos gegen den Pümpel mit 78.900 Treffern. Na also. Dass der Duden den Pümpel in Klammern als norddeutsch bezeichnet, ändert an alledem nichts. Immerhin schreibt auch die Mittelbayerische heute von Pümpeln. Und die kann wohl beim besten Willen niemand norddeutsch nennen. Wegen einer Unterhaltungssendung werde ich meinen Duden nicht ändern.
Der Pümpel scheint Beistand zu brauchen, um sich zu behaupten. Da kann er von Glück sagen, dass es dafür schon einen Verein gibt. Die Ersten Pümpelfreunde Hannover und Umland (EPHAU e.V., gesprochen: efau efau) kümmern sich um ihn. Weiterhin viel Erfolg dabei.
Als ich beim Zappen mal wieder da landete, wedelte gerade ein Kandidat mit Gummisaugern herum und erklärte, dass er damit mal nicht den Abfluss reinigen, sondern nackte Männerrücken bewerfen wollte. Da sollten sie sich dann festsaugen. Pömpel-Dart nannte er das. Na meinetwegen.
Aber wieso Pömpel? Kaum im Fernsehen, schon ist die Presse voll von Pömpel-Beiträgen. Dadurch wird das auch nicht richtiger. Das heißt Pümpel. Wie denn sonst?
Regionale Eigenarten gibt es natürlich überall. Den Pömpel rechnet der Vlothoer Anzeiger dem Wortschatz der Ostwestfalen zu. Da gehört er dann auch hin. Aber der Duden verzeichnet das Ding als Pümpel. Und dabei hätte es das bundesweit ausgestrahlte Wetten, dass ..? doch gern belassen können. Auch der Wortschatz der Universität Leipzig kennt den Pömpel nicht, sondern den Pümpel. Und bei Google verliert der Pömpel mit 54.800 Treffern chancenlos gegen den Pümpel mit 78.900 Treffern. Na also. Dass der Duden den Pümpel in Klammern als norddeutsch bezeichnet, ändert an alledem nichts. Immerhin schreibt auch die Mittelbayerische heute von Pümpeln. Und die kann wohl beim besten Willen niemand norddeutsch nennen. Wegen einer Unterhaltungssendung werde ich meinen Duden nicht ändern.
Der Pümpel scheint Beistand zu brauchen, um sich zu behaupten. Da kann er von Glück sagen, dass es dafür schon einen Verein gibt. Die Ersten Pümpelfreunde Hannover und Umland (EPHAU e.V., gesprochen: efau efau) kümmern sich um ihn. Weiterhin viel Erfolg dabei.
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Aromen für Herbst- und Winterabende
Die Tage werden kürzer, die Abende länger. Das ist die Jahreszeit für würzige Tees, Glühwein und andere duftende Heißgetränke, für aromatische Süßspeisen und winterliches Backwerk. Dafür habe ich mir Vanilleschoten und Zimtstangen bestellt, bei einem Spezialversand, der mehr Aroma verspricht als bei Industrieware.
Sonst kommt der Postbote immer erst gegen 11. Also noch schnell aufs Klo. Heute kam er um 10. Typisch. Jetzt darf ich mir die Lieferung von der Post abholen. Hoffentlich rücken die das Zeug da wieder raus. So gut hat es am Abholschalter nämlich bestimmt schon lange nicht mehr gerochen.
Sonst kommt der Postbote immer erst gegen 11. Also noch schnell aufs Klo. Heute kam er um 10. Typisch. Jetzt darf ich mir die Lieferung von der Post abholen. Hoffentlich rücken die das Zeug da wieder raus. So gut hat es am Abholschalter nämlich bestimmt schon lange nicht mehr gerochen.
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Mittwoch, 5. September 2007
Ein Visum ins Gluck
Auf kolumnen.de berichtet Guido Grigat über die Hoffnungen der Maria aus St. Petersburg. Sie baggert ihn an. Eine ellenlange E-Mail hat sie ihm geschrieben. Wer sie ist, was sie so macht, und welche Vorstellungen sie hat von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm. Viele vor ihm werden das Angebot möglicherweise leichtfertig als Spam gelöscht haben. Den Fehler macht Guido Grigat nicht.
So gewohnlich, wie die Maria von sich selbst meint, ist sie doch gar nicht. Dass ihre munteren Worte jede Schreibblockade kurieren können, ganz ohne Pillen, rein homöopathisch, hat ihr vermutlich noch niemand gesagt.
Aber an ihr ist noch mehr dran.
Wer zugreift, kriegt als Zugabe brauchbare Schwiegereltern mitgeliefert. Ein Handwerker in der Familie kann nie schaden. Wenn Väterchen russische Lokomotiven reparieren kann, dann wird er bestimmt auch mit der hakenden Klospülung fertig. Und die Schwiegermutti bringt auch was mit. Die liegt auf der staatlichen Rente. Nicht zu verachten. Die Rente ist sicher, das hat der Norbert Blum schon immer gesagt.
Wenn es später mal gemeinsam mit Maria auf Heimaturlaub geht, kann alles mit dem Zug erkundet werden. Zum halben Fahrpreis. Der Papi wird das schon regeln mit seinem Personalrabatt. Man wird dann sehen, ob Nordvenedig schöner ist als das südliche. Worauf dieser romantische Name für die (nach Marias Zählweise:) zweite russische Stadt beruht, kann vor Ort geklärt werden. Irgendwas müssen die Städte ja gemeinsam haben. Vielleicht sind es die Gondeln, die Mafia, die Taubenscheiße. Oder ganz was anderes?
Urlaube in Deutschland werden auch billiger, denn mit Maria kann man sich ganz komfortabel bei der besten Freundin einnisten. Die hat sich schon den richtigen deutschen Mann geangelt, und dabei das große Geld, das Business und seine Firma gleich mit. Die Gluckliche. In der befreundeten Villa im Süddeutschen lässt es sich bestimmt gut ein paar Wochen aushalten, mit Butler, Park und Swimmingpool. Da kann man in Baden-Baden baden gehen. Gute Erholung.
Trotz allem wäre ich skeptisch, denn irgendwo hat doch alles einen Haken. Maria schreibt, der Mann ihrer Freundin habe ihr geholfen, ihr Visum zu machen. Meint sie damit wirklich ein Einreisepapier? Schwer vorstellbar, denn mit einer kleinen Fälscherwerkstatt im Hinterhof hat es noch niemand zu Wohlstand und Reichtum in Baden-Baden gebracht. Wer weiß, wobei ihr der gute Mann geholfen hat. Nachher liegt die Sache ganz anders, und Visum entpuppt sich als russischer Vorname. Und dann kommt Maria hier an, mit dem kleinen Visum auf dem Arm. Na sdorow'je.
So gewohnlich, wie die Maria von sich selbst meint, ist sie doch gar nicht. Dass ihre munteren Worte jede Schreibblockade kurieren können, ganz ohne Pillen, rein homöopathisch, hat ihr vermutlich noch niemand gesagt.
Aber an ihr ist noch mehr dran.
Wer zugreift, kriegt als Zugabe brauchbare Schwiegereltern mitgeliefert. Ein Handwerker in der Familie kann nie schaden. Wenn Väterchen russische Lokomotiven reparieren kann, dann wird er bestimmt auch mit der hakenden Klospülung fertig. Und die Schwiegermutti bringt auch was mit. Die liegt auf der staatlichen Rente. Nicht zu verachten. Die Rente ist sicher, das hat der Norbert Blum schon immer gesagt.
Wenn es später mal gemeinsam mit Maria auf Heimaturlaub geht, kann alles mit dem Zug erkundet werden. Zum halben Fahrpreis. Der Papi wird das schon regeln mit seinem Personalrabatt. Man wird dann sehen, ob Nordvenedig schöner ist als das südliche. Worauf dieser romantische Name für die (nach Marias Zählweise:) zweite russische Stadt beruht, kann vor Ort geklärt werden. Irgendwas müssen die Städte ja gemeinsam haben. Vielleicht sind es die Gondeln, die Mafia, die Taubenscheiße. Oder ganz was anderes?
Urlaube in Deutschland werden auch billiger, denn mit Maria kann man sich ganz komfortabel bei der besten Freundin einnisten. Die hat sich schon den richtigen deutschen Mann geangelt, und dabei das große Geld, das Business und seine Firma gleich mit. Die Gluckliche. In der befreundeten Villa im Süddeutschen lässt es sich bestimmt gut ein paar Wochen aushalten, mit Butler, Park und Swimmingpool. Da kann man in Baden-Baden baden gehen. Gute Erholung.
Trotz allem wäre ich skeptisch, denn irgendwo hat doch alles einen Haken. Maria schreibt, der Mann ihrer Freundin habe ihr geholfen, ihr Visum zu machen. Meint sie damit wirklich ein Einreisepapier? Schwer vorstellbar, denn mit einer kleinen Fälscherwerkstatt im Hinterhof hat es noch niemand zu Wohlstand und Reichtum in Baden-Baden gebracht. Wer weiß, wobei ihr der gute Mann geholfen hat. Nachher liegt die Sache ganz anders, und Visum entpuppt sich als russischer Vorname. Und dann kommt Maria hier an, mit dem kleinen Visum auf dem Arm. Na sdorow'je.
Montag, 3. September 2007
Kurios: Kratzende Kunstwerke
Der Sommer 2007 reichte an den des Vorjahres nicht annähernd heran. Solch rosarote Brillen, die man aufsetzen müsste, um das so zu sehen, gibt es gar nicht. Nicht nur das trostlose Schmuddelwetter der vergangenen Monate ließ dieses Jahr dabei so schlecht abschneiden. Auch sonst fehlte das gewisse Etwas im Vergleich zum märchenhaften Sommer 2006. Aber eine Fußball-WM war nun mal nicht schon wieder im Angebot.
Die Engländer haben die Initiative ergriffen und sich ihr eigenes Highlight geschaffen. Hauptsache Weltmeisterschaft. Da gibt es doch noch ganz andere Wettstreite als immer nur Fußball. Man muss sich nur was Ausgefallenes einfallen lassen. Und für Kuriositäten sind die Briten ja bestens bekannt. Sie trinken Bier ohne Schaum. Zum Frühstück essen sie fette Bratwürste mit Bohnen. Außerdem fahren sie auf der falschen Straßenseite, was nur deshalb nicht in einer Katastrophe endet, weil das auf der Insel ausnahmslos jeder so macht. Und das sind nur einige ihrer Eigenheiten.
Bei so viel Fantasie zum Absonderlichen fand sich selbstverständlich auch eine Weltmeisterschaft, um dem Sommer zu einem strahlenden Abschluss zu verhelfen. Lustig wird es zugegangen sein auf der Bart-WM im englischen Brighton am vergangenen Sonnabend. Die Sportsmänner haben sicherlich stundenlang vor dem Spiegel gestanden, um möglichst weit oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. Wahre Kunstwerke entstanden, dass es eine Freude ist. Gekämpft wurde in 17 Kategorien. Die deutschen Teilnehmer waren außerordentlich erfolgreich. Sie konnten zehn Trophäen mit nach Hause nehmen. Das muss gefeiert werden, was nicht unbedingt so weit gehen muss, wie bei der Fußball-WM 2006 mit einem Meer von Fahnen an Autos und Balkonen. Es wäre schließlich schade drum, wenn jemand seinen liebevoll gestylten Bart in den Landesfarben coloriert und anschließend aus dem fahrenden Auto hängt.
Die Engländer haben die Initiative ergriffen und sich ihr eigenes Highlight geschaffen. Hauptsache Weltmeisterschaft. Da gibt es doch noch ganz andere Wettstreite als immer nur Fußball. Man muss sich nur was Ausgefallenes einfallen lassen. Und für Kuriositäten sind die Briten ja bestens bekannt. Sie trinken Bier ohne Schaum. Zum Frühstück essen sie fette Bratwürste mit Bohnen. Außerdem fahren sie auf der falschen Straßenseite, was nur deshalb nicht in einer Katastrophe endet, weil das auf der Insel ausnahmslos jeder so macht. Und das sind nur einige ihrer Eigenheiten.
Bei so viel Fantasie zum Absonderlichen fand sich selbstverständlich auch eine Weltmeisterschaft, um dem Sommer zu einem strahlenden Abschluss zu verhelfen. Lustig wird es zugegangen sein auf der Bart-WM im englischen Brighton am vergangenen Sonnabend. Die Sportsmänner haben sicherlich stundenlang vor dem Spiegel gestanden, um möglichst weit oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. Wahre Kunstwerke entstanden, dass es eine Freude ist. Gekämpft wurde in 17 Kategorien. Die deutschen Teilnehmer waren außerordentlich erfolgreich. Sie konnten zehn Trophäen mit nach Hause nehmen. Das muss gefeiert werden, was nicht unbedingt so weit gehen muss, wie bei der Fußball-WM 2006 mit einem Meer von Fahnen an Autos und Balkonen. Es wäre schließlich schade drum, wenn jemand seinen liebevoll gestylten Bart in den Landesfarben coloriert und anschließend aus dem fahrenden Auto hängt.
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